Wer kennt es nicht. Man hat Lust auf ein Fotoshooting im Studio, Outdoor oder in einem Mietstudio. Eine Kollegin wird angerufen oder es wird ein Model gebucht und man macht den Termin aus.

Es wird der Treffpunkt und Zeit ausgemacht. Meistens heisst es dann “Nimm mal genug Klamotten mit” und schmink dich selber. Und wenn das Model gut ist fragt sie meistens noch nach bezüglich Outfits & Styling.

Am Shooting Tag trifft man sich dann, schaut die Outfits an, fotografiert und hat Spass.

Möchtest du aber besser werden, egal ob fotografisch oder auch organisatorisch?  Dann erstelle dir ein kleines Konzept für jedes Fotoshooting. Damit du und alle Beteiligten besser vorbereitet sind und somit auch die Qualität der Bilder steigt. Suche dir Mood Bilder die dem Konzept beifügst.

Warum ein Konzept? 

  • Alle Beteiligten haben alle wichtigen Infos und können sich viel besser vorbereiten (Styling, Outfits, Posings, etc)
  • Alle haben den selben Wissenstand und alle wichtigen Eckdaten, somit geringere Fehler bei der Kommunikation
  • Jeder kennt anhand der Mood Bilder das Ziel des Shootings und ist somit fokussierter
  • Alle sind sehr gut vorbereitet und somit motiviert

Was gehört in ein Shooting Konzept (bei TFP Shootings)

  • Datum und Treffpunkt
  • Start & Ende Shooting
  • Handynummer der Beteiligten
  • Model muss gestylt kommen / wird gestylt / kann sich vor Ort stylen
  • Was muss Model mitnehmen (genau beschreiben) – halte dich an die Mood Bilder
  • Mood Bilder (Bilder die du im Netz gefunden hast die du umsetzen möchtest)
  • Ziel des Shootings (wieviel Styles, für Wettbewerb, Portfolio, etc)
  • Verpflegung (Selbstverpflegung, wer bringt trinken , essen, geht man essen, etc)
  • Bei Outdoor Shootings – wann und wer bestimmt ob das Shooting wetterbedingt verschoben werden muss – Ausweichtermin schon gleich ausmachen
  • sofern Makeup Artistin dabei ist – 1-2 Bilder vom Model (am besten unretuschiert und natürlich)
  • sofern jemand Kleider / Schuhe organisieren (Kleidergrösse, Schuhgrösse, Masse Model, Haarfarbe, Augenfarbe)
  • bis wann erhält das Team die Fotos und wieviel in etwa

Plane dein nächstes Shooting ! Du wirst sehen du befasst dich schon im Vorfeld vertiefter mit dem Shooting. Du hast weniger Aufwand mit hin und her schreiben und Fragen beantworten. Zudem kannst du deine Bilder nach dem Shooting mit deinen Moodbildern vergleichen und befasst dich daher intensiver mit deiner Arbeit. Du siehst was du beim nächsten Mal verbessern kannst.  Und so wirst du dich stetig verbessern.

PS. Wer besser werden möchte muss etwas ändern

kontakt

Am Montag hatte ich gerade ein Gespräch mit Nora über die Fotografie. Und Nora erzählte mir, dass sie ein Fotoshooting machte und am Schluss alle Fotos erhielt. Sprich ca. 300 Fotos. Alle Fotos die der Fotograf produzierte wurde auf den Stick kopiert, fertig. Egal ob richtig belichtet, scharf, etc. Und als ich sie fragte wieviel Bilder ihr gefielen sagte sie ca. 10 Bilder. Was sie nervte war, dass sie ewig benötigte um die Bilder zu sichten. Zudem sah sie so viel schlechte Bilder von sich, dass es ihren Selbstwertgefühl nicht gerade einen Schub gab. Und so erinnert sie sich wenn sie die guten Fotos sieht eben auch an die vielen schlechten von ihr.

Und ich denke so geht es vielen die ein Fotoshooting oder TFP Shooting machen.  Doch sind wir mal ehrlich. Mehr als 10-20 Bilder pro Stunde/Shooting braucht man nicht, ausser man möchte vielleicht ein Fotobuch gestalten. In der heutigen Zeit posten die meisten max 3-5 Bilder pro Shooting auf den Socialmedia Kanälen. Warum gibts bei Germanys Next Top Model  bei einem Shooting das den ganzen Tag geht nur 1! Foto? Lieber ein perfektes Foto das aufwendig bearbeitet wird als zig unbearbeitete Bilder.

Lassen wir mal kurz die Qualität ausser acht. Wie soll man mit dem Model kommunizieren können , wenn man hunderte Fotos in einer Stunde macht? Schlussendlich hat man zwar viele Fotos aber keines davon lösen Emotionen aus. Denn man hat gar keine Zeit den Menschen vor der Kamera zu motivieren, begeistern, kennenlernen, zum lachen zu bringen, etc. Ganz zu schweigen, Feedbacks zu Posing und Mimik zu geben.

Wenn ich ein freies Projekt habe, dann fotografie ich im Schnitt ca 80 Bilder pro Stunde. Max 90 min (ohne Styling) lange dauert bei mir ein TFP Shooting. Die Auswahl der Bilder mache ich immer selbst. Die Auswahl der Fotos mache ich frühestens am nächsten Tag. Die Auswahl von ca. 5-8 Bildern retuschiere ich und sende diese per Dropbox. Die Bilder sende ich nicht in diversen Variationen (wie orginal, sw, farblook 1, 2, 4), sondern immer nur 1 Variante und hier die die für mich die Beste ist. Die Fotos sende ich in voller Auflösung.

Achja die Bilder sende ich ohne Bildsignatur. Persönlich finde ich Logos immer störend. Zudem sind die Models bei mir auch nicht verpflichtet, mich zu markieren auf Instagram/Facebook, etc. Persönlich finde ich, dass wenn sie die Bilder gut finden, dann werden sie mich auch freiwillig markieren;-). Bei vielen Workshops werde ich auch gefragt, ob Models / Kunden meine Bilder noch nachträglich verändern dürfen. Und ehrlich gesagt, das ist mir egal. Auch wenn es mir ab und zu die Haare aufstellt wie sie die Bilder verschlechtern. Aber naja es ist ja auch immer Geschmackssache. Aber sie dürfen ihren Filter noch drübergeben oder sich noch schlanker machen;-)

Falls du allgemein besser werden möchtest in der Fotografie & Bildbearbeituing, dann empfehle ich dir meinen Workshop Shoot & Postproduction

 

Was ist deine Meinung dazu? Was und wie gibts du deine TFP Shootings ab?

 

Exklusive Looks um deine wertvolle Zeit zu sparen

 

Deine Freunde wissen dass du gerne fotografierst? Dann wurdest du sicher schon mal gefragt “Hey du hast doch so ne tolle Kamera. Willst du nicht unsere Hochzeit fotografieren?”. Das ist der Tag an dem man sich doch ein wenig in die Enge getrieben fühlt. Was sagt man den jetzt? Ich denke am wichtigsten ist es, ehrlich zu sein. Das Hochzeitspaar muss wissen woran es ist. Denn nach der Hochzeit kann man schwer sagen es war die erste Hochzeit und ich traute es mir nicht zusagen. Oder dass man Hochzeiten eigentlich hasst.

Aber ok. Du willst es versuchen, du findest Hochzeiten toll und du bist motiviert alles zu geben für das Brautpaar. Wie geht es nun weiter?

Inspiration

Je früher du dich mit Hochzeitsfotos auseinander setzt desto besser. Nütze Pinterest oder durchstöbere das Netz nach Hochzeitsfotografen. Mach dir auf Pinterest einen Hochzeitsordner und pinne alle Beispiel Bilder. So kannst du auch an der Hochzeit mal etwas spicken;-) Oder du suchst auf Instagram und machst dir dort entsprechende Ordner. Sammle Inspirationen für alle Bereiche. Also nicht nur für die Portraitfotos sondern auch für Getting Ready, die Party, Apero, etc.

 

Equipment

In der Fotografie ist die Kamera nicht so entscheidend für gute Fotos. In der Hochzeitsfotografie schaut es etwas anders aus. Hier sind 2 Faktoren die sehr wichtig sind. Sicherheit und sehr gute Qualität bei schlechtem Licht. Somit sind auch die Anforderungen an die Objektive extrem wichtig. Also wenn man eine Hochzeit fotografiert, egal ob gratis oder gegen Geld, musst du 2 Kameras dabei haben. Zudem würde ich mich persönlich nicht trauen nur auf 1 Chip die Hochzeitsfotos zu sichern. Bis jetzt ging zwar immer alles gut, aber ich möchte nie einem Brautpaar sagen, dass ich den Chip verloren habe oder der Chip defekt ist. Gehe immer davon aus, dass ein Objektiv auf den Boden fällt oder du es anschlägst. Dann brauchst du auch ein Objektiv als Ersatz das in etwa die selbe Brennweite hat.

Folgendes Material nehme ich mit an eine Hochzeit:
2 Vollformat Kameras (NIKON D850 oder D750)
24-70mm
14-24mm
35mm
85mm
105Makro
50mm
2 Aufsteckblitze
Reflektor

Die Planung vor der Hochzeit

Vor allem wenn du am Anfang stehst, macht es sicherlich sehr viel Sinn die Location im Vorfeld zu besuchen. Am besten kurz davor und zeitlich in etwa dann wann auch die Hochzeit stattfindet. Packe die Fototasche mind am Vortag und sei 1 Stunde früher dort. Plane Stau, Autopanne, Parkplatzsuche, etc ein.

Als Hochzeitsfotograf solltest du eine Liste erstellen, damit du den Tag im Vorfeld auch schon mal durchspielen kannst. Auch wenn es dann sicher anders kommt-)

  • Ablauf und die dazugehörigen Uhrzeiten
  • Was befindet sich in der Nähe oder vor Ort für die Bilder des Brautpaars und die Gruppenbilder
  • Wie sind die Gegebenheiten und Lichtverhältnisse vor Ort
  • Wie viele Gäste werden erwartet am Apero und wieviele am Abend
  • Wann wirft man den Brautstrauss

Persönliche

Sitze mit dem Brautpaar ein paar Wochen davor zusammen. Besprich mit Ihnen den Ablauf der Hochzeit. Frage was ihnen wichtig ist und sage Ihnen wie es nach der Hochzeit abläuft mit den Fotos. Mache einen Vertrag in dem alles wichtige steht. Lerne das Paar sehr gut kennen. Denn du bist an ihrem wichtigsten Tag dabei.

Erfahrungen

Sofern du noch nie eine Hochzeit fotografierst hast, schau dass du davor wenigstens als Gast dabei bist. Damit du in etwa den Ablauf einer Hochzeit mitbekommst, Beobachte den Fotografen und schaue wie er es macht. Besuche einen Hochzeitsworkshop, lese Blogs und Bücher. Eventuell kannst du bei einem anderen Hochzeitsfotografen als 2nd Shooter mitgehen. Bevor du eine grosse Hochzeit hast, schau ob du davor mind mal eine kleine Zivilhochzeit begleiten kannst.

Der Hochzeitstag

Geniesse den Tag. Etwas Nervosität gehört dazu, aber mach dich nicht verrückt. Sei immer zu 100% bei der Hochzeit und gib dein Bestes. Sei freundlich zu den Gästen und verlier nie den Blick zur Braut. Ihr gebührt die Hauptaufmerksamkeit der Hochzeit. Trinke genug Wasser, denn mit Kopfweh zu arbeiten ist nicht lustig. Kleide dich festlich, aber achte auf bequeme Schuhe

Die Herausforderung an einer Hochzeit hierbei ist die schwierige Belichtungssituation. Vor allem Kirche, Abendprogramm und das wechselnde Licht beim Apero. Bei einer Überbelichtung kommen die schönen und wichtigen Details des Brautkleides nicht zur Geltung. Meine Empfehlung ist, gerade auch bei der Hochzeitsreportage, etwas unterbelichten. Zudem solltest du die Lichterwarnung bei deiner Kamera aktivieren.

Sei immer aufmerksam und beobachte denke vorausschauend Einzigartige Momente können innert weniger Millisekunden vorbei sein. Freude, Tränen, spielende Kinder, die Grosseltern, Umarmungen, Gefühle, alles solltest du festhalten. Achte auch auf die Details am ganzen Tag.

In der Kirche solltest du sehr  respektvoll umgehen. Arbeite noch unauffälliger als sonst schon, stelle dich vorher beim Pfarrer vor. Respektiere seine Wünsche. Bewege dich in der Kirche ruhig und wechsle den Standort in den Knien. Das Brautpaar sollte der Focus sein, nicht du.

 

Das Brautpaar Shooting

Plane dir eine Stunde ein. Achte darauf, dass ihr die Fotos am besten nicht zur Mittagszeit macht. Zudem wäre es schade, wenn ihr 1 Stunde verschwindet, wenn die Aperogäste da sind die dann am Abend nicht dabei sind. Splittet doch die Stunde in kleinere Teile. Somit hast du weniger Druck und sogar verschiedene Locations. Schau dass die Trauzeugen dabei sind fürs Kleid richten, Reflektor halten, etc. Fotografiere das Brautpaar authentisch, lass sie albern, Spass haben. Einfach so sein wie sie sind. Und gib dann Anweisungen damit die Bilder perfekt aussehen. Spiele mit Schärfe, Unschärfe. Sehe und versteh das Licht. Beherrsche die Blitzfotografie und blitze so, dass man es auf dem Fotos nicht merkt. Du musst deine Kamera beherrschen!

Die Hochzeitsreportage

Eine Hochzeitsreportage dokumentiert die Hochzeit und Dinge die darum passieren. Es ist wie eine Geschichte. Deshalb solltest du auch Dinge fotografieren wie

  • Schuhe von Braut und Bräutigam
  • Hochzeitskleid hängend
  • Styling der Braut
  • Ankleiden des Braut (wen möglich auch Bräutigam)
  • Eheringe und Brautstrauß
  • Schmuck, wie eine Kette oder Manschettenknöpfe des Bräutigams
  • Deko auf den Tischen, wie Gläser und/oder Tischkarten
  • Gesamtbild der Räume
  • Location

 

Bildbearbeitung

Hier kannst du pro Hochzeit zig Stunden verprasseln. Und genau deshalb ist hier der wichtigste, dass du einen perfekten Workflow hast. Ich arbeite bei Hochzeiten mit Photomechanic und Lightroom. Versuche bei der Auswahl schnell zu sein und nicht bei jedem Bild lange zu überlegen ob gut oder schlecht. Bauchgefühl hilft plus kleiner Qualitätscheck in einer Bruchteil einer Sekunde. Bei der Bearbeitung achte darauf, dass du nicht zig Stile verwendest. Arbeite auch mit Hochzeitspresets damit du Zeit sparst und einen tollen Look bekommst. Oder du machst dir ein paar Presets selber .Wechsle nicht bei jedem Bild von Farbe auf schwarz /weiss. Lasse eine Serie farbig oder sw. Gib die Bilder in voller Auflösung ohne Logo ab.

 

Du möchtest noch mehr darüber wissen? Dann abonniere meinen wöchentlichen Fotografie Newsletter oder besuche meinen Hochzeitsworkshop.

 

Angegebene Bücher habe ich selbst gelesen und sind Affiliate Link