Am Montag hatte ich gerade ein Gespräch mit der lieben Nora über ein TFP Shooting. Falls du nicht weisst was TFP heisst: Die Bezeichnung Time For Pictures steht in der Fotografie für eine Vereinbarung zwischen einem Model und Fotograf, bei der das Modell statt Geld die Fotos erhält.

Und Nora erzählte mir, dass sie erst vor kurzem ein Fotoshooting hatte. Sie erhielt nach dem Shooting vom Fotograf alle Fotos zugestellt. Es waren mehr als 300 Dateien die sie als Download Link erhielt. Der Fotograf machte sich nicht einmal die Mühe, unscharfe oder falsch belichtete Fotos zu entfernen. Als ich sie fragte wieviel Stunden denn das Shooting ging, sagte sie nur 1 Stunde!

Als ich sie fragte wieviel Bilder ihr denn überhaupt gefielen, sagte sie es seine 12 Bilder die ihr gefallen. Was sie nervte war, dass sie viel Zeit benötigte um die Bilder zu sichten. Zudem sah sie so viele schlechte Bilder von sich selber, dass es ihren Selbstwertgefühl nicht gerade einen Schub gab.

Und so erinnert sie sich eher an die schlechten Fotos des Fotografen anstatt an die 12 schönen Fotos von ihm.

Gehen wir doch mal einen Schritt zurück. Was ist der Job des Fotografen? Schlussendlich wird er nach dem Ergebnis der Fotos gemessen und weiterempfohlen.  Deshalb ist meiner Meinung nach der Job mit dem Shooting für den Fotografen nicht fertig. Eigentlich fängt er erst an. Die Sichtung und Bearbeitung gehört zur Aufgabe des Fotografen, nicht des Models. Und wie man auch auf der Website nur die besten Arbeiten zeigt, sollte man dies auch bei jedem TFP Shooting handhaben. Schicke nur die besten Fotos und dein Model wird begeistert sein. Bei der Sichtung der Fotos wirst du auch deine Fehler sehen und wieder lernen.

Mehr als 10-20 Bilder pro Stunde/Shooting brauchtkein Model udn auch kein Fotograf. In der heutigen Zeit posten die meisten max 3-5 Bilder pro Shooting auf den Socialmedia Kanälen. Warum gibt es bei Germanys Next Top Model  bei jedem Shooting das den ganzen Tag geht und extrem aufwendig ist nur 1! Foto?  Genau! Lieber ein perfektes Foto das aufwendig bearbeitet wird als zig unbearbeitete Bilder.

Lassen wir mal kurz die Qualität ausser acht. Wie soll man mit dem Model kommunizieren können, wenn man hunderte Fotos in einer Stunde macht? Schlussendlich hat man zwar viele Fotos aber keines davon lösen Emotionen aus. Denn man hat gar keine Zeit den Menschen vor der Kamera zu motivieren, begeistern, kennenlernen, zum lachen zu bringen, etc. Ganz zu schweigen, Feedbacks zu Posing und Mimik zu geben.

Wenn ich ein freies Projekt habe, dann fotografie ich im Schnitt ca 80 Bilder pro Stunde. Max 90 min (ohne Styling) lange dauert bei mir ein TFP Shooting. Die Auswahl der Bilder mache ich immer selbst. Die Auswahl der Fotos mache ich frühestens am nächsten Tag.

Warum ich die Auswahl nicht gleich am selben Tag mache? Da ich persönlich finde, dass dann die Emotionen zu stark sind um eine richtige Entscheidung zu fällen. Ist das Model mega sympathisch wirst du mehr Fotos aussuchen und als super finden als wen es eine “Zicke” war. Das ist menschlich. Wenn du aber eine Nacht drüber schläfst, merkst du vielmals bei der Auswahl, dass die Fotos der Zickigen besser sind. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel;-)

Die Auswahl von ca. 5-8 Bildern retuschiere ich mit Lightroom & Photoshop und sende diese dem Model per Dropbox zu. Die Bilder sende ich nicht in diversen Variationen (wie Original, schwarz & weiss, Farblook 1, 2, 3, 4), sondern immer nur in einer Variante. Welche Variante entscheide ich selber. Die Fotos sende ich in voller Auflösung.

Die Bilder sende ich ohne Bildsignatur / Logo. Persönlich finde ich Logos immer störend. Zudem sind die Models bei mir auch nicht verpflichtet, mich zu markieren auf Instagram/Facebook, etc.

Persönlich finde ich, dass wenn sie die Bilder gut finden, dann werden sie mich auch freiwillig markieren;-). Bei vielen Workshops werde ich auch gefragt, ob Models / Kunden meine Bilder noch nachträglich verändern dürfen. Und ehrlich gesagt  ist mir das egal. Auch wenn es mir ab und zu die Haare aufstellt wie sie die Bilder verschlechtern. Aber naja es ist ja auch immer Geschmackssache. Aber sie dürfen ihren Filter drüberlegen oder sich noch schlanker machen;-)

Was ist deine Meinung dazu? Was und wie gibts du deine TFP Shootings ab?

 

Exklusive Looks um deine wertvolle Zeit zu sparen

 

Wer kennt es nicht. Man hat Lust auf ein Fotoshooting im Studio, Outdoor oder in einem Mietstudio. Eine Kollegin wird angerufen oder es wird ein Model gebucht und man macht den Termin aus.

Es wird der Treffpunkt und Zeit ausgemacht. Meistens heisst es dann “Nimm mal genug Klamotten mit” und schmink dich selber. Und wenn das Model gut ist fragt sie meistens noch nach bezüglich Outfits & Styling.

Am Shooting Tag trifft man sich dann, schaut die Outfits an, fotografiert und hat Spass.

Möchtest du aber besser werden, egal ob fotografisch oder auch organisatorisch?  Dann erstelle dir ein kleines Konzept für jedes Fotoshooting. Damit du und alle Beteiligten besser vorbereitet sind und somit auch die Qualität der Bilder steigt. Suche dir Mood Bilder die dem Konzept beifügst.

Warum ein Konzept? 

  • Alle Beteiligten haben alle wichtigen Infos und können sich viel besser vorbereiten (Styling, Outfits, Posings, etc)
  • Alle haben den selben Wissenstand und alle wichtigen Eckdaten, somit geringere Fehler bei der Kommunikation
  • Jeder kennt anhand der Mood Bilder das Ziel des Shootings und ist somit fokussierter
  • Alle sind sehr gut vorbereitet und somit motiviert

Was gehört in ein Shooting Konzept (bei TFP Shootings)

  • Datum und Treffpunkt
  • Start & Ende Shooting
  • Handynummer der Beteiligten
  • Model muss gestylt kommen / wird gestylt / kann sich vor Ort stylen
  • Was muss Model mitnehmen (genau beschreiben) – halte dich an die Mood Bilder
  • Mood Bilder (Bilder die du im Netz gefunden hast die du umsetzen möchtest)
  • Ziel des Shootings (wieviel Styles, für Wettbewerb, Portfolio, etc)
  • Verpflegung (Selbstverpflegung, wer bringt trinken , essen, geht man essen, etc)
  • Bei Outdoor Shootings – wann und wer bestimmt ob das Shooting wetterbedingt verschoben werden muss – Ausweichtermin schon gleich ausmachen
  • sofern Makeup Artistin dabei ist – 1-2 Bilder vom Model (am besten unretuschiert und natürlich)
  • sofern jemand Kleider / Schuhe organisieren (Kleidergrösse, Schuhgrösse, Masse Model, Haarfarbe, Augenfarbe)
  • bis wann erhält das Team die Fotos und wieviel in etwa

Plane dein nächstes Shooting ! Du wirst sehen du befasst dich schon im Vorfeld vertiefter mit dem Shooting. Du hast weniger Aufwand mit hin und her schreiben und Fragen beantworten. Zudem kannst du deine Bilder nach dem Shooting mit deinen Moodbildern vergleichen und befasst dich daher intensiver mit deiner Arbeit. Du siehst was du beim nächsten Mal verbessern kannst.  Und so wirst du dich stetig verbessern.

PS. Wer besser werden möchte muss etwas ändern

kontakt

Deine Freunde wissen dass du gerne fotografierst? Dann wurdest du sicher schon mal gefragt “Hey du hast doch so ne tolle Kamera. Willst du nicht unsere Hochzeit fotografieren?”. Das ist der Tag an dem man sich doch ein wenig in die Enge getrieben fühlt. Was sagt man den jetzt? Ich denke am wichtigsten ist es, ehrlich zu sein. Das Hochzeitspaar muss wissen woran es ist. Denn nach der Hochzeit kann man schwer sagen es war die erste Hochzeit und ich traute es mir nicht zusagen. Oder dass man Hochzeiten eigentlich hasst.

Aber ok. Du willst es versuchen, du findest Hochzeiten toll und du bist motiviert alles zu geben für das Brautpaar. Wie geht es nun weiter?

Inspiration

Je früher du dich mit Hochzeitsfotos auseinander setzt desto besser. Nütze Pinterest oder durchstöbere das Netz nach Hochzeitsfotografen. Mach dir auf Pinterest einen Hochzeitsordner und pinne alle Beispiel Bilder. So kannst du auch an der Hochzeit mal etwas spicken;-) Oder du suchst auf Instagram und machst dir dort entsprechende Ordner. Sammle Inspirationen für alle Bereiche. Also nicht nur für die Portraitfotos sondern auch für Getting Ready, die Party, Apero, etc.

 

Equipment

In der Fotografie ist die Kamera nicht so entscheidend für gute Fotos. In der Hochzeitsfotografie schaut es etwas anders aus. Hier sind 2 Faktoren die sehr wichtig sind. Sicherheit und sehr gute Qualität bei schlechtem Licht. Somit sind auch die Anforderungen an die Objektive extrem wichtig. Also wenn man eine Hochzeit fotografiert, egal ob gratis oder gegen Geld, musst du 2 Kameras dabei haben. Zudem würde ich mich persönlich nicht trauen nur auf 1 Chip die Hochzeitsfotos zu sichern. Bis jetzt ging zwar immer alles gut, aber ich möchte nie einem Brautpaar sagen, dass ich den Chip verloren habe oder der Chip defekt ist. Gehe immer davon aus, dass ein Objektiv auf den Boden fällt oder du es anschlägst. Dann brauchst du auch ein Objektiv als Ersatz das in etwa die selbe Brennweite hat.

Folgendes Material nehme ich mit an eine Hochzeit:
2 Vollformat Kameras (NIKON D850 oder D750)
24-70mm
14-24mm
35mm
85mm
105Makro
50mm
2 Aufsteckblitze
Reflektor

Die Planung vor der Hochzeit

Vor allem wenn du am Anfang stehst, macht es sicherlich sehr viel Sinn die Location im Vorfeld zu besuchen. Am besten kurz davor und zeitlich in etwa dann wann auch die Hochzeit stattfindet. Packe die Fototasche mind am Vortag und sei 1 Stunde früher dort. Plane Stau, Autopanne, Parkplatzsuche, etc ein.

Als Hochzeitsfotograf solltest du eine Liste erstellen, damit du den Tag im Vorfeld auch schon mal durchspielen kannst. Auch wenn es dann sicher anders kommt-)

  • Ablauf und die dazugehörigen Uhrzeiten
  • Was befindet sich in der Nähe oder vor Ort für die Bilder des Brautpaars und die Gruppenbilder
  • Wie sind die Gegebenheiten und Lichtverhältnisse vor Ort
  • Wie viele Gäste werden erwartet am Apero und wieviele am Abend
  • Wann wirft man den Brautstrauss

Persönliche

Sitze mit dem Brautpaar ein paar Wochen davor zusammen. Besprich mit Ihnen den Ablauf der Hochzeit. Frage was ihnen wichtig ist und sage Ihnen wie es nach der Hochzeit abläuft mit den Fotos. Mache einen Vertrag in dem alles wichtige steht. Lerne das Paar sehr gut kennen. Denn du bist an ihrem wichtigsten Tag dabei.

Erfahrungen

Sofern du noch nie eine Hochzeit fotografierst hast, schau dass du davor wenigstens als Gast dabei bist. Damit du in etwa den Ablauf einer Hochzeit mitbekommst, Beobachte den Fotografen und schaue wie er es macht. Besuche einen Hochzeitsworkshop, lese Blogs und Bücher. Eventuell kannst du bei einem anderen Hochzeitsfotografen als 2nd Shooter mitgehen. Bevor du eine grosse Hochzeit hast, schau ob du davor mind mal eine kleine Zivilhochzeit begleiten kannst.

Der Hochzeitstag

Geniesse den Tag. Etwas Nervosität gehört dazu, aber mach dich nicht verrückt. Sei immer zu 100% bei der Hochzeit und gib dein Bestes. Sei freundlich zu den Gästen und verlier nie den Blick zur Braut. Ihr gebührt die Hauptaufmerksamkeit der Hochzeit. Trinke genug Wasser, denn mit Kopfweh zu arbeiten ist nicht lustig. Kleide dich festlich, aber achte auf bequeme Schuhe

Die Herausforderung an einer Hochzeit hierbei ist die schwierige Belichtungssituation. Vor allem Kirche, Abendprogramm und das wechselnde Licht beim Apero. Bei einer Überbelichtung kommen die schönen und wichtigen Details des Brautkleides nicht zur Geltung. Meine Empfehlung ist, gerade auch bei der Hochzeitsreportage, etwas unterbelichten. Zudem solltest du die Lichterwarnung bei deiner Kamera aktivieren.

Sei immer aufmerksam und beobachte denke vorausschauend Einzigartige Momente können innert weniger Millisekunden vorbei sein. Freude, Tränen, spielende Kinder, die Grosseltern, Umarmungen, Gefühle, alles solltest du festhalten. Achte auch auf die Details am ganzen Tag.

In der Kirche solltest du sehr  respektvoll umgehen. Arbeite noch unauffälliger als sonst schon, stelle dich vorher beim Pfarrer vor. Respektiere seine Wünsche. Bewege dich in der Kirche ruhig und wechsle den Standort in den Knien. Das Brautpaar sollte der Focus sein, nicht du.

 

Das Brautpaar Shooting

Plane dir eine Stunde ein. Achte darauf, dass ihr die Fotos am besten nicht zur Mittagszeit macht. Zudem wäre es schade, wenn ihr 1 Stunde verschwindet, wenn die Aperogäste da sind die dann am Abend nicht dabei sind. Splittet doch die Stunde in kleinere Teile. Somit hast du weniger Druck und sogar verschiedene Locations. Schau dass die Trauzeugen dabei sind fürs Kleid richten, Reflektor halten, etc. Fotografiere das Brautpaar authentisch, lass sie albern, Spass haben. Einfach so sein wie sie sind. Und gib dann Anweisungen damit die Bilder perfekt aussehen. Spiele mit Schärfe, Unschärfe. Sehe und versteh das Licht. Beherrsche die Blitzfotografie und blitze so, dass man es auf dem Fotos nicht merkt. Du musst deine Kamera beherrschen!

Die Hochzeitsreportage

Eine Hochzeitsreportage dokumentiert die Hochzeit und Dinge die darum passieren. Es ist wie eine Geschichte. Deshalb solltest du auch Dinge fotografieren wie

  • Schuhe von Braut und Bräutigam
  • Hochzeitskleid hängend
  • Styling der Braut
  • Ankleiden des Braut (wen möglich auch Bräutigam)
  • Eheringe und Brautstrauß
  • Schmuck, wie eine Kette oder Manschettenknöpfe des Bräutigams
  • Deko auf den Tischen, wie Gläser und/oder Tischkarten
  • Gesamtbild der Räume
  • Location

 

Bildbearbeitung

Hier kannst du pro Hochzeit zig Stunden verprasseln. Und genau deshalb ist hier der wichtigste, dass du einen perfekten Workflow hast. Ich arbeite bei Hochzeiten mit Photomechanic und Lightroom. Versuche bei der Auswahl schnell zu sein und nicht bei jedem Bild lange zu überlegen ob gut oder schlecht. Bauchgefühl hilft plus kleiner Qualitätscheck in einer Bruchteil einer Sekunde. Bei der Bearbeitung achte darauf, dass du nicht zig Stile verwendest. Arbeite auch mit Hochzeitspresets damit du Zeit sparst und einen tollen Look bekommst. Oder du machst dir ein paar Presets selber .Wechsle nicht bei jedem Bild von Farbe auf schwarz /weiss. Lasse eine Serie farbig oder sw. Gib die Bilder in voller Auflösung ohne Logo ab.

 

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Angegebene Bücher habe ich selbst gelesen und sind Affiliate Link