Wir sagen „Ja“: Tipps für ein erfolgreiches Hochzeitsshooting

Deine Freunde wissen, dass du gerne und gut fotografierst? Dann wurdest du sicher schon gefragt: «Du hast doch so eine tolle Kamera! Willst du nicht unsere Hochzeit fotografieren?» So eine Frage geht ans Eingemachte. Ein solches Event ist schließlich mehr als ein kleiner Freundschaftsdienst. Andererseits bist du kein ausgebildeter Fotograf und es wäre das erste mal, dass du so eine Verantwortung übernimmst. Wie reagiert man als Freund und Fotograf am besten?

Dieser Beitrag gibt dir Tipps für das Gespräch mit dem Brautpaar und erklärt, wie du dich auf diese Aufgabe ideal vorbereitest.

Gemeinsame Vorbereitung: Mit dem Brautpaar reden

Kurz und knapp: Meiner eigenen Erfahrung nach ist es am wichtigsten, ehrlich zu sein und nicht aus falscher Höflichkeit zu lügen. Das Hochzeitspaar muss wissen, woran es ist. Dazu gehört auch, dass du zugibst, wenn dir die Erfahrung fehlt. Aber: Es gibt für alles ein erstes Mal! Wenn du dich motiviert fühlst und wirklich mit vollem Herzen dabei bist, gebt euch diese Chance. Klärt eure Erwartungen und Wünsche – gerne bei mehreren Treffen. Lasst euch Zeit dafür.

Deine Vorbereitung: So perfektionierst du dein Know-how.

In den nächsten Abschnitten erkläre ich dir, wie du dich am besten auf den großen Tag vorbereitest, damit dein Einsatz zum vollen Erfolg wird und alle Beteiligten sich noch lange über deine Bilder freuen.

 

Inspiration einholen

 

Setz dich mit dem Thema Hochzeitsfotos auseinander und schau dir Beispiele im Internet an. Je früher du damit beginnst, umso besser. Einen guten Einsteig bieten Pinterest, Instagram oder eine Google-Suche nach „Hochzeitsfotografen“, „Brautstrauss“ oder „Hochzeit“. Fang einfach an, mit jedem Schritt lernst du dazu.

Noch ein Tipp: Auf Pinterest kannst du dir einen Ordner für Bilder anlegen, die dich inspirieren. Du kannst sogar während der Hochzeit spontan darauf zugreifen, falls du eine Idee brauchst.

Außerdem wirst du schnell erkennen, dass Porträtfotos den kleinsten Teil deiner Hochzeitsbilder ausmachen. Du begleitest das Paar und seine Gäste während des ganzen Tages und hältst die wichtigsten und berührendsten Momente fest – vom Getting Ready bis zum letzten Tanz.

Das notwendige Equipment

Für die Hochzeitsfotografie ist eine gute Ausrüstung entscheidend. Denn Schnappschüsse gelingen nur, wenn du mit qualitativ hochwertiger Ausrüstung schlechte oder wechselnde Lichtverhältnisse im Griff hast – eine Herausforderung für die Objektive. Nimm in jedem Fall zwei Kameras mit und sichere alle Fotos auf zwei Speicherkarten. Es wäre eine Katastrophe, wenn die Bilder verloren gingen.

Aus meiner Karriere als erfolgreicher Hochzeitsfotograf kann ich dir versichern, dass ich mit meiner Ausstattung immer auf der sicheren Seite war. Dieses Equipment habe ich immer dabei:

  • 2 Vollformat Kameras (Z6II / Z7II)
  • 24-70mm
  • 14-24mm
  • 35mm
  • 85mm
  • 105Makro
  • 50mm
  • 2 Aufsteckblitze
  • Reflektor

Noch ein Tipp: Nimm ein zweites, ähnliches Objektiv mit zum Termin. Dann kann nichts schiefgehen.

Vor der Hochzeit: Location besichtigen

Gerade während der Einstiegsphase als Fotograf ist dieser Schritt besonders wichtig: Besichtige die Location vor dem Event und nimm sie genau unter die Lupe. Vielleicht möchte das künftige Brautpaar gemeinsam mit dir den Ort erkunden. Du kannst dich mit den Besonderheiten der Umgebung vertraut machen und zusammen mit dem Paar Plätze für Einzelshootings oder das Gruppenfoto aussuchen. Stell dir folgende Fragen:

 

  • Wo wäre der perfekte Platz oder ein ideales Eck auf oder nahe der Location, um eine Porträt-Serie vom Brautpaar zu machen oder die Gäste zu fotografieren?
  • Wie werden die Lichtverhältnisse sein (Tageszeit, Wetter)?
  • Wie viele Gäste werden die Hochzeit mitfeiern?
  • Wann wird der Brautstrauß geworfen?

Ganz wichtig: Packe deine Fototasche spätestens am Tag vor der Hochzeit. und checke vor der Abfahrt das Equipment noch einmal, damit du beruhigt losfahren kannst. Plane ausreichend Vorlaufzeit ein, sodass dich weder Staus noch eine langwierige Parkplatzsuche aus der Ruhe bringen.

 

Der große Tag: Die Hochzeit geht los

 

Der wichtigste Grundsatz: Genieße den Tag!Ein bisschen Nervosität steigert deine Aufmerksamkeit – sie schadet nicht. Aber verrückt machen solltest du dich nicht. Behandle die Gäste zuvorkommend und behalte die Braut im Blick, schließlich steht sie im Mittelpunkt der Hochzeit.

 

Achte gut auf dich: Du brauchst viel Kraft für diesen Tag. Auch wenn es verlockend ist: Trinke ausreichend nicht alkoholische Getränke und iss nicht zu viel. Sonst wirst zu schnell müde und das Shooting strengt dich an, anstatt Spaß zu machen. Kleine dich festlich, aber dezent. Du bist nicht der Mittelpunkt des Festes. Unbequeme Schuhe sind ein No-go – ich weiß wovon ich spreche. 😉

 

Stelle dich nicht nur im Hinblick auf die Ausrüstung, sondern auch mental auf die Lichtverhältnisse ein. Diese sind eine große Herausforderung, du musst sie stets mitdenken. Idealerweise aktivierst du die Lichterwarnung deiner Kamera. Ach ja: Entscheide dich für etwas Unterbelichtung. Wie schade wäre es, wenn zum Beispiel die schönsten und für das Brautpaar wichtigsten Details der Hochzeit aufgrund einer falschen Belichtung nicht perfekt eingefangen wurden?

 

Das ist noch wichtig: Sei aufmerksam, denke vorausschauend. Außergewöhnliche Augenblicke dauern oft nur einen Wimpernschlag. Ein inniger Blick, glückliche Schwiegereltern, Tränen in den Augenwinkeln, süße Kinder – sie festzuhalten erfordert intensive Konzentration. Glaub mir, Hochzeiten zu fotografieren ist anstrengend, aber auch sehr, sehr erfüllend. Verhalte dich respektvoll in der Kirche und bleib im Hintergrund. Ein kurzes Gespräch mit dem Pfarrer hilft dir, den besten Standort zu finden, ohne die Trauung zu stören.

Das Brautpaar Shooting

 

Das Shooting dauert etwa eine Stunde. Besprecht den passenden Zeitpunkt, sodass dass Brautpaar nicht unter Zeitdruck steht, weil die Gäste warten. Am besten vereinbart ihr mehrere kürzere Fotoeinheiten und wechselnden Locatons. Das ist für alle Beteiligten am wenigsten anstrengend. Echtheit verleiht deinen Bildern eine besondere Qualität und steigert den Wert der Bilder. Fang die schönsten Momente ein: wenn das Brautpaar herumalbert, liebende Blicke austauscht, Spaß hat. Lass dir von den Trauzeugen assistieren.

 

Für ein gelungenes Brautpaar Shooting musst du dein Equipment beherrschen. Du möchtest genau wissen, wie du dafür vorgehst? Gerne kannst du dich zu einem Hochzeits Workshop anmelden.

Die Hochzeitsreportage: wertvolle Erinnerungen

 

Eine Hochzeitsreportage dokumentiert die vielen Facetten dieses besonderen Tages. Die Reportage erzählt die Geschichte der Hochzeit und sorgt dafür, dass das Brautpaar zu einem späteren Zeitpunkt in Erinnerungen an den schönsten Tag im Leben schwelgt.
Deshalb zählen hier nicht nur Personen, sondern auch Gegenstände wie die Hochzeitsschuhe, Eheringe und Brautstrauß, das Styling, die Torte und die Räumlichkeiten.

Die Bildbearbeitung: viel Arbeit am Schluss

 

Die Bildbearbeitung zählt zu den wichtigsten Schritten. Stelle dich deshalb auf arbeitsintensive Stunden ein. Damit dir diese Arbeit gelingt und deine Motivation auf einem hohen Level bleibt, ist es extrem wichtig, auf einen perfekten Workflow zu achten. Die folgenden Tipps unterstützen dich dabei:

 

  • Entscheide bei der Bildauswahl schnell, vertraue deinem Bauchgefühl.
  • Ich arbeite mit Photomechanic und Lightroom. Hochzeitspresets haben sich bewährt, beschleunigen die Arbeit und machen einen tollen Look!
  • Wechsle nicht zu häufig zwischen Farbe und Schwarzweiß. Das wirkt unprofessionell.
  • Verwende die volle Auflösung, da gerade bei Hochzeitsfotos die Details sehr wichtig sind.

FAZIT

 

Jetzt hast du einen guten Einblick in meine Arbeit als professioneller Hochzeitsfotograf gewonnen. Du möchtest noch mehr wissen und dich detailliert informieren? Bei meinen Hochzeitsfotografie Workshop gebe ich mein professionelles Know-how umfassend weiter. Du profitierst von meiner langjährigen Erfahrung als Profi-Fotograf und Workshop-Leiter.

 

Du kannst dich auch gerne in die Liste für meine wöchentlichen Insider Tipps eintragen. Klick hier

Hier kannst du dir einen kleinen Eindruck von meinem Hochzeitsworkshop machen:

 

 

Den Begriff hast du sicherlich schon gehört oder gelesen. In diesem Blog-Beitrag liest du meine Gedanken für was TFP steht und was ich davon halte. Viel Spass.

Was bedeutet TFP?

TFP bedeutet Time for Prints beziehungsweise heute, in der digitalen Welt, auch Time for Pictures. Sprich: ein Fotograf und ein Model sowie allenfalls eine Visagistin machen zusammen ein Foto-Shooting.

Es fliesst dabei kein Geld: alle arbeiten kostenlos für ein gemeinsames Projekt. Dafür bekommen alle beteiligten Parteien am Schluss die Fotos kostenlos zur Verfügung. Es gibt unzählige Models und Fotografen, die sich in diversen TFP-Gruppen auf Facebook und anderen Plattformen wie der Model-Kartei etc. finden.

Allerdings beobachte ich seit einigen Jahren, dass der ursprünglich positive Grundgedanke eines TFP-Shootings immer mehr durch die Mentalität „Geiz ist geil“ abgelöst wurde und inzwischen als Forderung „ich will alles gratis“ missbraucht wird.

Für was ist TFP denn eigentlich gedacht?

Für ein TFP-Shooting arbeiten alle (Model, Fotograf, Stylisten & Makeup Artistin) kostenlos. Ziel eines TFP-Shootings ist eine kreative Umsetzung eines Themas, das für alle eine Erweiterung des Portfolios bringt.

Und hier sind wir schon beim ersten Missverständnis: Denn für ein TFP-Shooting sollte die daraus entstandenen Bilder jedem Beteiligten in etwa gleich viel bringen. Sprich: es sollten sich in etwa alle auch auf der gleichen Qualitätsebene befinden. Denn was bringt z.B. ein TFP-Shooting einem erfahrenen Model zu machen, wenn der Fotograf ein Anfänger ist und die zwar kostenlosen Bilder das Model karrieremässig nicht weiterbringen? Wenn das Model Pech hat, sind die TFP-Bilder sogar nicht gut geworden und der Fotograf veröffentlicht diese trotzdem auf Social Media etc. und entwertet so das Ansehen des Models.

Die Qualität eines Models erkennt man auch daran, mit welchen Fotografen es zusammengearbeitet hat. Weniger ist auch da oft mehr.

Und umgekehrt was nützt ein TFP-Shooting einem Fotograf , das ihn und sein Portfolio nicht weiterbringt? Und weshalb sollte eine erfahrene Make-up-Artistin in einem Anfängerteam gratis ihre wertvolle Zeit zur Verfügung stellen? Macht doch ebenfalls keinen Sinn. Eigentlich alles ganz logisch, oder?

Also kurz gesagt: TFP macht erst dann wirklich Sinn, wenn die daraus entstanden Bilder für alle Beteiligten eine positive Portfolio-Erweiterung ermöglicht. TFP bedeutet nicht, dass man gratis arbeitet und am Schluss keinen Gegenwert erhält. Es gibt übrigens auch immer mehr Firmen, die TFP-Models suchen und mit den Bildern dann ihre Produkte bewerben wollen. Dies ist meiner Meinung nach ein klares No-Go für TFP-Shootings. Hierfür gibt es Profis.

NO GO bei einem TFP Shooting

  • Wenn eine Partei die Fotos kommerziell weiter benutzt (z.B. mit den Fotos Geld verdient wie Kleiderverkauf, Bilderverkauf, Bilderdatenbank etc.)
  • Die Shooting-Bereiche Halbakt und Akt. meine Meinung dazu: wenn sich ein Model auszieht, sollte sie dies nicht kostenlos machen. Max. Unterwäsche für TFP
  • Eine der Parteien mehr Rechte hat als die andere (der Vertrag sollte jedem in etwa die gleichen Rechte geben. Kleines Beispiel? Wenn der Fotograf z.B. mit einem Bild bei einem Wettbewerb mitmacht und gewinnt. Dann sollte auch geregelt sein, wie der Gewinn aufgeteilt wird …)
  • Jemand im Team kommt zu spät oder gar nicht zum Shooting – absolut unprofessionell!
  • Man ist nicht vorbereitet und zerstört dadurch das Ergebnis oder die Qualität des Shootings (Outfits vergessen, nicht gepflegt, nicht ausgeschlafene etc)
  • Fotograf hält sich nicht an die Vereinbarungen (keine Lieferung der Fotos oder nicht die vereinbarte Anzahl an Fotos etc)

Ablauf eines TFP Shooting

Eine Makeup-Artistin, ein Fotograf, eine Designerin oder ein Model hat eine Shooting-Idee. Danach sucht sie/er in Netzwerken (Facebook, Instagram etc.) die fehlenden Partner für die Umsetzung. Hier sollte beachtet werden, dass alle in etwa den gleichen Anspruch haben. Danach wird Termin gesucht, abgemacht, wer was macht und mitbringt.

Wenn möglich, ist ein dem Shooting vorhergehendes Treffen vom Vorteil. So kann man schon mal die Verlässlichkeit und Pünktlichkeit testen 😉

Am besten verteilt man die Aufgaben gleich schriftlich, damit keine Missverständnisse entstehen. Auch kann man bei dieser Gelegenheit gleich besprechen, wie anfallende Kosten aufgeteilt werden (z.B. Miete für Studio oder Location, Reise, Rent für fotografisches Zubehör (z.B. mobile Blitze) oder Kleider (themenspezifisches Accessoires wie z.B. ein Schwert).

Erstellt ein Moodboard (z.B. eine Montage mit Bildern, welche die Anmutung der zu erwartenden Bilder im voraus aufzeigen soll), entwickelt Ideen etc. Was ich immer toll finde ist, wenn man nach dem Shooting noch kurz für eine Feedback-Runde zusammen sitzt, um die Learnings zu besprechen. Was könnte man nächstes Mal besser machen. Haben alle Bock auf ein weiteres Projekt, etc.

Lass dich nicht blenden, liebes Model

Vielmals sehe ich, dass Fotografen für die Modelsuche sogenannte Mood-Bilder verwenden, die sie im Internet zusammengesucht haben. Richtigerweise schreiben sie bei der Ausschreibung auch dazu, dass dies nicht die Bilder von Ihnen sind, sondern schlichtweg als Idee gesehen werden sollen. Doch viele schreiben nichts dazu und dann meinen die Models, dass die Qualität der Mood-Bilder der Qualität des Fotografen entsprechen würden.

Doch dem ist dann leider oftmals nicht so. Also bevor du dich meldest, schaue dir die Fotos des Fotografen gut an und nicht nur die Mood-Bilder. Diese gelten nur als Ideenvorschlag. Bringen dich der Fotograf wirklich weiter? Denn deine Fotos schauen am Schluss ev. nicht so aus wie die Moodbilder. (hier geht es um die Qualitätsfrage, dass die gemachten Bildern genau so aussehen wie die Moodbilder ist allgemein fast nie 1:1 der Fall).

Umgekehrt gibt es Fotografen, die ganz tolle Bilder an Workshops machen, aber alleine noch nicht im Stande sind, den Level der im Workshop gemachten Aufnahmen zu erreichen. Diese sollten darum gerade am Anfang ihre eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen und nicht mit Workshop-Bildern das Model blenden und sich dann beim Shooting mit fehlendem Können vor dem Model blossstellen. Auch dies nützt allen Parteien nichts. Seid einfach alle ehrlich miteinander.

Lass dich nicht blenden , lieber Fotograf

Du findest ein Model toll? Lass dir unbedingt ein Foto zusenden, das aktuell ist und ohne Retusche. Am besten ein einfaches Selfie. So bist du sicher, dass Modelbilder nicht so bearbeitet sind, dass sie nichts mehr mit dem Orginal zu tun haben.

Ist TFP sinnvoll?

Ja auf alle Fälle. Du kannst neue Techniken und Lichtsettings testen. Und kannst Models & Makeup Artisten für zukünftige Projekte testen. Du bekommst viel Erfahrung. Also TFP Shootings ist für jeden Kreativen extrem wichtig um sich zu entfalten und besser zu werden. Auch Profis sollten dies machen, da sie einfach auch mal das machen können was sie möchten und nicht das was der Kunde wünscht.

Wie ist deine Erfahrung im Bereich TFP Shootings? Schreib doch einen Kommentar dazu. Ich freue mich

 

Bei den Fotoshootings mit einer Brille, kann es sehr schnell passieren, dass Reflexionen vom Blitz auf dem Glas ersichtlich sind. Und obwohl die meisten Brillen ja schon entspiegelt sind, lässt es sich nicht ganz verhindern, etwas eingreifen zu müssen. Spiegelungen im Brillenglas ist wirklich etwas sehr störendes.

1. Das Gesetz des Einfallswinkel

Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel. Dieses physikalische Gesetz ist alles, was es bei der Beleuchtung bei der Portrait mit Brillen zu beachten gilt. Somit ist also wichtig, dass sich der Winkel Licht zu Glas vergrössert.

3. Die Höhe des Lichts

Spiegelungen entstehen ja deshalb, wenn der Winkel der Lichtquelle zum Brillenglas zu klein ist. Somit muss dein Ziel beim fotografieren sein, den Winkel Licht zu Brillenglas zu vergrössern. Ich mache es so, dass ich den Blitz so hoch wie möglich setze, damit der Winkel Objektiv zu Blitz grösser wird. Wichtig ist dass du ein Mittelmass findest. Denn setzt du das Licht zu hoch, hast du zwar keine Spiegelung mehr, dafür aber eventuell kein Licht mehr in den Augen oder zu viel Schatten unter dem Kinn. 

3. Die Position des Kopfes

Fotografiere ich in einem Raum der eine niedrige Deckenhöhe hat oder Outdoor (da ich die Sonne ja nicht ändern kann) , muss die portraitierte Person den Kopf mehr nach unten neigen. Somit wird der Winkel des Glases zum Licht auch wieder grösser. Da es so aber schnell ein Doppelkinn gibt, bitte ich dann immer noch den Kopf etwas in meine Richtung zu geben. Somit wird der Hals mehr gestreckt.

Wenn es immer noch Spiegelungen auf dem Brillenglas gibt, kann man die Brillenbügel beim Ohr etwas anheben, damit das Glas vorne leicht schräg wird und somit auch hier wieder der Winkel zum Licht vergrössert wird.

Was auch helfen kann, dass das Model den Kopf etwas zur Seite neigt, damit der Lichtwinkel sich leicht verändert.

4. Suche dir Schatten

Im Freien kannst du dir nur schwer den Licht Winkel ändern. Fotografiere wenn es geht im Schatten, denn dann hast du auch keine bzw. weniger Spiegelungen auf dem Glas. Falls du keine Möglichkeit hast, im Schatten zu fotografieren, nutzen einen Diffusor oder Abschatter. Damit lässt sich verhindern, dass das Licht im Brillenglas reflektiert und somit stört.

5. Bildbearbeitung

Was tun, wenn alles nichts hilft und man Reflexionen trotzdem in der Brille hat? Dann fotografiere die Person mit der Reflexion. Danach bittest du, dass die Person die Brille abzieht. Nun fotografierst du das Gesicht ohne Brille (wichtig ist dass das Gesicht im selben Winkel fotografiert wird).  Danach kannst du in Photoshop einfach den Augenbereich aus dem Bild ohne Brille ausschneiden und in das Bild mit Brille einsetzen um es danach mit einer Maske auszuarbeiten. Zeitaufwand ca. 1 – 3 Minuten Arbeit.

 

6. Video zu Thema Spiegelung

 

Weitere Tipps für deine Portrait Fotografie erhältst du als Newsletter Leser in meinem kostenlosen EBOOK. Hier kannst du es dir gleich holen

Wer kennt es nicht. Man hat Lust auf ein Fotoshooting im Studio, Outdoor oder in einem Mietstudio. Eine Kollegin wird angerufen oder es wird ein Model gebucht und man macht den Termin aus.

Es wird der Treffpunkt und Zeit ausgemacht. Meistens heisst es dann “Nimm mal genug Klamotten mit” und schmink dich selber. Und wenn das Model gut ist fragt sie meistens noch nach bezüglich Outfits & Styling.

Am Shooting Tag trifft man sich dann, schaut die Outfits an, fotografiert und hat Spass.

Möchtest du aber besser werden, egal ob fotografisch oder auch organisatorisch?  Dann erstelle dir ein kleines Konzept für jedes Fotoshooting. Damit du und alle Beteiligten besser vorbereitet sind und somit auch die Qualität der Bilder steigt. Suche dir Mood Bilder die dem Konzept beifügst.

Warum ein Konzept? 

  • Alle Beteiligten haben alle wichtigen Infos und können sich viel besser vorbereiten (Styling, Outfits, Posings, etc)
  • Alle haben den selben Wissenstand und alle wichtigen Eckdaten, somit geringere Fehler bei der Kommunikation
  • Jeder kennt anhand der Mood Bilder das Ziel des Shootings und ist somit fokussierter
  • Alle sind sehr gut vorbereitet und somit motiviert

Was gehört in ein Shooting Konzept (bei TFP Shootings)

  • Datum und Treffpunkt
  • Start & Ende Shooting
  • Handynummer der Beteiligten
  • Model muss gestylt kommen / wird gestylt / kann sich vor Ort stylen
  • Was muss Model mitnehmen (genau beschreiben) – halte dich an die Mood Bilder
  • Mood Bilder (Bilder die du im Netz gefunden hast die du umsetzen möchtest)
  • Ziel des Shootings (wieviel Styles, für Wettbewerb, Portfolio, etc)
  • Verpflegung (Selbstverpflegung, wer bringt trinken , essen, geht man essen, etc)
  • Bei Outdoor Shootings – wann und wer bestimmt ob das Shooting wetterbedingt verschoben werden muss – Ausweichtermin schon gleich ausmachen
  • sofern Makeup Artistin dabei ist – 1-2 Bilder vom Model (am besten unretuschiert und natürlich)
  • sofern jemand Kleider / Schuhe organisieren (Kleidergrösse, Schuhgrösse, Masse Model, Haarfarbe, Augenfarbe)
  • bis wann erhält das Team die Fotos und wieviel in etwa

Plane dein nächstes Shooting ! Du wirst sehen du befasst dich schon im Vorfeld vertiefter mit dem Shooting. Du hast weniger Aufwand mit hin und her schreiben und Fragen beantworten. Zudem kannst du deine Bilder nach dem Shooting mit deinen Moodbildern vergleichen und befasst dich daher intensiver mit deiner Arbeit. Du siehst was du beim nächsten Mal verbessern kannst.  Und so wirst du dich stetig verbessern.

PS. Wer besser werden möchte muss etwas ändern

kontakt

Erst diesen Montag konnte ich ein ausführliches Gespräch mit Nora führen. Nora, eine attraktive Frau und ein tolles Model, hat bereits erste Erfahrungen mit einem TFP-Shooting gesammelt hat und ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit mir geteilt. In meinem Blog möchte ich euch nun mitteilen, worauf es aus meiner Sicht als Profi ankommt, was es sowohl für das Model als auch den Fotografen zu beachten gibt und welche Tipps ich für ein professionelles TFP Shooting habe. Dabei ist es mir wichtig, auch meine Erfahrung und Herangehensweise mit dir zu teilen. Falls du nicht weisst was TFP bedeutet: Die Bezeichnung Time For Pictures steht in der Fotografie für eine Vereinbarung, die zwischen dem Model und dem Fotografen getroffen wird. Statt des normalerweise üblichen Honorars stellt der Fotograf dem Model seine Bilder kostenlos zur weiteren Verwendung, zum Beispiel für den Bereich der Social Media, zur Verfügung.

Nora berichtete mir in unserem ausführlichen Gespräch darüber, dass sie erst vor Kurzem ein umfangreiches Shooting bei einem Fotografen hatte. Im Anschluss erhielt sie alle Fotos, die während des Shootings gemacht wurden zum Download kostenlos zur Verfügung gestellt. Es klingt fast unglaublich: Sie erhielt mehr als 300 Dateien in einer riesigen Datei zum Herunterladen!

Was ist da schief gelaufen?

Was Nora, als auch mich als Profi in der Fotografie dabei schockierte, war die Tatsache, dass sich der Fotograf nicht einmal die Mühe gemacht hatte, die unbrauchbaren Fotos auszusortieren. Stattdessen schickte er ihr die komplette «Ausbeute» zu. Ganz egal ob die Fotos unscharf, falsch belichtet oder einfach nur schlecht waren, er stellte alle Bilder ohne vorherige Auswahl und unbearbeitet in den Downloadlink. Vermutlich hatte er sich nicht einmal die Mühe gemacht, auch nur ein einziges seiner Fotos selbst anzuschauen, geschweige denn zu überarbeiten. Nora stand daraufhin vor dem Problem, dass sie vor einem Berg an digitalen Fotos stand, der unübersichtlich, schwer zu sortieren und meistens auch nutzlos war. Auf meine Frage hin, wie lange denn das Shooting ging, meinte sie: «Nur eine Stunde!»

Das erschreckende daran: Als ich sie fragte, wie viele der Bilder ihr denn überhaupt gefielen, antwortete sie mir, dass nur 12 der über 300 Bilder tatsächlich gelungen wären. Aufgerechnet sind dies gerade einmal 4 Prozent! Die restlichen 288 Fotos aber knabberten teilweise sogar an ihrem Selbstwertgefühl, da einige davon Perspektiven und Eindrücke von Nora gaben, die so gar nicht ihrem ansprechenden Naturell und ihrer Fotogenität entsprachen. Dies passt gar nicht zu gelungener Portraitfotografie. Ganz abgesehen davon kostete es natürlich immens viel Zeit, die über 300 Fotos zu sichten und die wenigen verwendbaren Exemplare herauszufiltern. Neben dem negativen Schub an ihrem Selbstwertgefühl war also auch ein grosser Zeitaufwand notwendig, um die Bilder zu sichten und die wenigen vernünftigen auszuwählen.

Und so erinnert sich Nora noch heute eher an die schlechten anstatt an die 12 schönen Fotos, die der Fotograf während des Fotoshootings geschossen hatte.

Wie kann es besser laufen?

Gehen wir doch mal einen Schritt zurück. Was ist der Job des Fotografen? Schlussendlich wird er von seinen Kunden am Ergebnis gemessen und auch dementsprechend an Freunde, Verwandte oder Kollegen weiterempfohlen. Ich gehe davon aus, dass er auch freundlich und nett zu seinem Model war, schließlich gehört dies neben den Fachkenntnissen zu den unabdingbaren Haupteigenschaften eines guten Fotografen, die sich bei den Kunden einprägen. Ohne soziale Kompetenz hat es noch kein Fotograf auf Dauer zum Erfolg gebracht.

Meiner Meinung nach mit dem Shooting der Job für den Fotografen noch nicht beendet. Eigentlich fängt er an diesem Punkt erst so richtig an, schliesslich ist die Portraitfotografie mehr als nur den Auslöser auf dem Fotoapparat zu drücken. Das Auswählen und die Bearbeitung gehört zur Aufgabe und eigentlich sogar zum Berufsselbstverständnis des Fotografen, sicherlich aber nicht in die Hände des Models. Wie selbstverständlich stellt jeder Fotograf nur die besten Ergebnisse auf seine Homepage – warum sollte man das bei einem TFP Shooting anders handhaben?
«Schicke nur die besten Fotos und dein Model wird begeistert sein. Bei der Sichtung der Fotos wirst du auch deine Fehler sehen und wieder lernen» ist ein Grundsatz meiner Arbeit.

Mehr als 10-20 Bilder pro Stunde/Shooting braucht kein Model. In der heutigen Zeit posten die meisten Kunden max. 3 bis 5 Bilder pro Shooting auf den Social-Media-Kanälen. Warum gibt es bei Germany’s next Topmodel bei jedem Shooting, das den ganzen Tag geht und extrem aufwendig ist, nur EIN Foto? Genau! Lieber ein perfektes Foto das umfangreich bearbeitet wird als zig unbrauchbare Bilder.

 

Mein Weg zu perfekten Resultaten bei einem TFP-Shooting

Lassen wir mal kurz die Qualität ausser Acht. Wie soll man mit dem Model kommunizieren können, wenn man Hunderte Fotos in einer Stunde macht? Zum Schluss hat man zwar viele Fotos, aber keines davon löst Emotionen aus. Denn man hat gar keine Zeit den Menschen vor der Kamera zu motivieren, ihn und seine Persönlichkeit kennenzulernen und zum Lachen zu bringen. Ganz zu schweigen davon, etwa Feedbacks zum Posing oder zur Mimik zu geben.

Wenn ich ein freies Projekt habe, dann fotografiere ich im Schnitt ca. 80 Bilder pro Stunde. Ich rechne zum Beispiel mit rund 90 Minuten Dauer für ein TFP-Shooting. Die Auswahl der Bilder mache ich im Anschluss daran immer selbst und erst am nächsten Tag.

Du fragst dich, warum ich die Auswahl nicht gleich am selben Tag, sondern frühestens am Tag danach mache? Da ich persönlich finde, dass direkt nach dem Shooting die Emotionen noch zu stark sind, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Ist das Model megasympathisch und gab es eine gute Stimmung wirst du mehr Fotos aussuchen und für super befinden als wen es sich um eine schwierige Zeit mit einem im schlimmsten Fall sogar richtig zickigen Fotomodel handelt. Das ist menschlich. Wenn du aber eine Nacht drüber schläfst, merkst du bei der Auswahl am nächsten Tag, dass die Fotos der Zickigen manchmal sogar besser sind. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel 😉

Die Auswahl der besten Bilder, in der Regel ca. 5-8 Stück, retuschiere ich mit Lightroom & Photoshop und sende diese dem Model zum Download per Dropbox zu. Die Bilder sende ich nicht in diversen Variationen (wie Original, schwarz & weiss, Farblook 1, 2, 3, 4), sondern immer nur in einer Variante. Welche Variante am besten ist, entscheide ich selbst. Die Fotos schicke ich in voller Auflösung, damit es zu keinen Qualitätsverlusten kommt.

Da ich Bildsignaturen oder Logos persönlich eher störend finde, stelle ich meine Bilder ohne diese zur Verfügung. Zudem sind die Models bei mir auch nicht dazu verpflichtet, mich zum Beispiel auf Social Media-Kanälen wie Instagram oder Facebook zu markieren. Dies garantiert Top-Fotos in bester Qualität, natürlich freue mich aber sehr darüber, wenn Models mich freiwillig markieren und so meine Arbeit auch zu schätzen wissen und mich bei einem grossen Publikum bekannt machen.

Bei vielen Workshops werde ich auch gefragt, ob Models/Kunden meine Bilder noch nachträglich verändern dürfen. Ehrlich gesagt ist mir das egal. Auch wenn es mir ab und zu die Haare aufstellt wie manche Kunden die Qualität der Bilder dadurch verschlechtern, so ist es doch immer auch ein Stück Freiheit und Geschmackssache. Wenn jemand unbedingt besonders schlank sein möchte, soll er dies eben tun 😉

Was ist deine Meinung dazu? Was beachtest du bei TFP-Shootings und wie gibst du deine Bilder an die Models ab?