Bei der Portraitfotografie sind Emotionen etwas ganz wichtiges im Bezug auf die Bildaussage. Ob uns ein Bild anspricht, zum nachdenken bringt, glücklich oder traurig stimmt hängt von den Emotionen der portraitierten Person ab. Wie du eventuell schon selbst gemerkt hast ist es teilweise sehr schwer die gewünschten Emotionen auf “Knopfdruck “zu erhalten bzw. abzurufen. Um Emotionen zu erhalten musst du also eine Möglichkeit finden, damit dein Model in diese Stimmung kommt und es nicht künstlich  aussieht. Und das sind Geschichten.

sexy Blick
Viele Frauen haben Probleme auf Kommando beim Fotoshooting sexy zu schauen. Vielmals höre ich “Ich weiss doch nicht wie man sexy schaut” . Gehen sie dann aber am Abend weg und finden einen Mann attraktiv kommt der gewisse Blick automatisch. Deshalb nützt es dir wenig, wenn du sagst “Jetzt sexy schauen”. Du musst der portraitierten Person dazu eine Geschichte erzählen damit sie sich in die Lage versetzten kann um den gewissen Ausdruck im Gesicht und in den Augen zu haben. Gib ihr eine Geschichte wie z:B. “Hey stell dir vor du gehst in den Club und siehst einen süssen Typ. Und möchtest dass er dich einlädt. Den Blick möchte ich bei dir sehen” Es gehen auch ganz andere Geschichten. Da musst du deinen besten Weg finden.

arrogant schauen
Geschichten wie “Stell dir vor du möchtest in den angesagtesten Club rein, hast dich mega toll gestylt und der Türsteher lässt dich nicht rein”  oder “Hattest du in der Schule jemanden den du gar nicht mochtest? Dann denke an die Person

nachdenklich
Nachdenklich erreiche ich vielmals ganz einfach , wenn ich dem Model sage “Denke mal an alles was du diese Woche noch erledigen solltest”  oder “In welche Länder würdest du gerne reisen?

traurig
Denke diese Stimmung ist einfacher da sicherlich jeder Momente in seinem Leben hatte die ihn jetzt noch berühren.

lachen
Emotionales lachen kommt nicht auf, wenn man als Fotograf einfach sagt “lach mal” . Das sind die Bilder bei denen man zwar die Zähne sieht aber das Lachen ist in den Augen NICHT erkennbar ist. Dann lieber nichts. Dein Job als Fotograf ist es dein Gegenüber zum lachen zu bringen. Egal wie du es machst. Hier solltest du einen Weg finden wie du das schaffst. Die einen Fotografen sind von Natur aus schon lustig und die andern die selbst nicht gerade von Lachanfällen geplagt werden etwas im Nachteil.

 

Also egal welche Bereich du fotografierst. Sofern du kein professionelles Model, Schauspielerin oder ein Naturtalent vor deiner Kamera hast solltest du für emotionalere Fotos ein Geschichtenerzähler werden.

Wer kennt es nicht. Man hat Lust auf ein Fotoshooting im Studio, Outdoor oder in einem Mietstudio. Man ruft eine Kollegin an oder bucht ein Model und macht den Termin aus. Man sendet noch schnell die Adresse, die Zeit und schreibt meistens immer “Nimm mal genug Klamotten mit”. Meistens kommen noch 2-3 Fragen vom Model und irgendwie klappt es dann ja doch super.  Aber du willst ja, dass du besser wirst, egal ob fotografisch oder auch organisatorisch. Und du willst dich doch auch abheben von den anderen, oder? Dann arbeite professionell und erstelle ein kleines Konzept für das Fotoshooting.

Warum ein Konzept? Damit du besser vorbereitet bist und somit die Qualität deiner Bilder steigerst

  • Alle Beteiligten haben alle wichtigen Infos
  • alle kennen das Ende des Shootings und arbeiten fokussierter
  • man weiss die Bilder werden sollten
  • jeder weiss wer was vorbereiten muss

Was gehört meiner Meinung nach in ein Shooting Konzept (bei TFP Shootings)

  • Datum und Treffpunkt
  • Start & Ende Shooting!
  • Handynummer der Beteiligten
  • Model muss gestylt kommen / wird gestylt / kann sich vor Ort stylen
  • Was muss Model mitnehmen (genau beschreiben) – halte dich an die Mood Bilder
  • Mood Bilder (Bilder die du im Netz gefunden hast die du umsetzen möchtest)
  • Ziel des Shootings
  • Thema Verpflegung
  • Bei Outdoor Shootings – wann wird bestimmt ob das Shooting wetterbedingt verschoben werden muss
  • sofern Makeup Artistin dabei ist – 1-2 Bilder vom Model (am besten unretuschiert und natürlich)
  • sofern jemand Kleider / Schuhe organisieren (Kleidergrösse, Schuhgrösse, Masse Model, Haarfarbe, Augenfarbe)

Plane dein nächstes Shooting ! Du wirst sehen du befasst dich schon im Vorfeld vertiefter mit dem Thema. Und du hast weniger Aufwand mit hin und her schreiben und Fragen beantworten. Zudem kannst du deine Bilder mit denen der Moods vergleichen und siehst deine Schwachstellen.  Und so wirst du dich stetig verbessern.

PS. Wer besser werden möchte muss etwas ändern.

kontakt

Vielmals sehe ich Workshopteilnehmer die bei ihrer Kameraeinstellung RAW und JPG eingestellt haben. Und nach meiner Frage nach dem Warum erhalte ich meistens ein Achseln zucken. Sofern zeitgleich mit beiden Formaten fotografiert wird, bedeutet dies ja folgendes. Ich arbeite mit der besten Qualität (RAW) und einer komprimierten Version (JPG).

Und wenn man nun zu Hause ist wird sich wohl keiner für die Datei entscheiden die schlechteren Bildinformationen hat. Also für was soll ich meine Speicherkarten mit Daten füllen die ich eh nicht verwende?

Wenn ich fotografiere (egal ob es privat meine Kinder sind oder eine Hochzeit) möchte ich IMMER die BESTE Qualität. Auch wenn ich am Schluss nur eine kleine Datei benötige. Die einzige Ausnahme die ich mache ist, wenn ich an einem Event oder einer Hochzeit bin und Kunden direkt vor Ort schon Bilder zeigen möchten. Dann speichere ich in beiden Bildformaten, da es dann schnell und vor allem kompatibel sein muss.

_Q2P3986RE