Bei den Fotoshootings mit einer Brille, kann es sehr schnell passieren, dass Reflexionen vom Blitz auf dem Glas ersichtlich sind. Und obwohl die meisten Brillen ja schon entspiegelt sind, lässt es sich nicht ganz verhindern, etwas eingreifen zu müssen.

Spiegelungen entstehen ja deshalb, wenn der Winkel der Lichtquelle zum Brillenglas klein ist. Somit muss dein Ziel sein, den Winkel zu vergrössern.

Ich mache es so, dass ich den Blitz so hoch wie möglich setze, damit die Achse Objektiv zu Blitz grösser wird. Fotografiere ich in einem Raum der eine niedrige Deckenhöhe hat, muss die portraitierte Person den Kopf mehr nach unten geben. Somit wird der Winkel auch grösser. Da es so aber schnell ein Doppelkinn gibt, bitte ich dann immer noch den Kopf etwas in meine Richtung zu geben. Somit wird der Hals mehr gestreckt.

Wenn es immer noch zu wenig ist, kann man die Brillenbügel beim Ohr etwas anheben, damit das Glas vorne leicht schräg wird und somit auch hier wieder der Winkel vergrössert wird.

Zu 99% habe ich dann keine Reflexionen mehr . 

Was tun, wenn alles nichts hilft und man Reflexionen trotzdem in der Brille hat? Dann fotografiere die Person mit der Reflexion. Danach bittest du, dass die Person die Brille abzieht. Nun fotografierst du das Gesucht ohne Brille (wichtig ist dass das Gesicht im selben Winkel fotografiert wird).  Danach kannst du in Photoshop einfach den Augenbereich aus dem Bild ohne Brille ausschneiden und in das Bild mit Brille einsetzen um es danach mit einer Maske auszuarbeiten. Zeitaufwand ca 1 – 3 Minuten Arbeit.

 

Deine Freunde wissen dass du gerne fotografierst? Dann wurdest du sicher schon mal gefragt “Hey du hast doch so ne tolle Kamera. Willst du nicht unsere Hochzeit fotografieren?”. Das ist der Tag an dem man sich doch ein wenig in die Enge getrieben fühlt. Was sagt man den jetzt? Ich denke am wichtigsten ist es, ehrlich zu sein. Das Hochzeitspaar muss wissen woran es ist. Denn nach der Hochzeit kann man schwer sagen es war die erste Hochzeit und ich traute es mir nicht zusagen. Oder dass man Hochzeiten eigentlich hasst.

Aber ok. Du willst es versuchen, du findest Hochzeiten toll und du bist motiviert alles zu geben für das Brautpaar. Wie geht es nun weiter?

Inspiration

Je früher du dich mit Hochzeitsfotos auseinander setzt desto besser. Nütze Pinterest oder durchstöbere das Netz nach Hochzeitsfotografen. Mach dir auf Pinterest einen Hochzeitsordner und pinne alle Beispiel Bilder. So kannst du auch an der Hochzeit mal etwas spicken;-) Oder du suchst auf Instagram und machst dir dort entsprechende Ordner. Sammle Inspirationen für alle Bereiche. Also nicht nur für die Portraitfotos sondern auch für Getting Ready, die Party, Apero, etc.

 

Equipment

In der Fotografie ist die Kamera nicht so entscheidend für gute Fotos. In der Hochzeitsfotografie schaut es etwas anders aus. Hier sind 2 Faktoren die sehr wichtig sind. Sicherheit und sehr gute Qualität bei schlechtem Licht. Somit sind auch die Anforderungen an die Objektive extrem wichtig. Also wenn man eine Hochzeit fotografiert, egal ob gratis oder gegen Geld, musst du 2 Kameras dabei haben. Zudem würde ich mich persönlich nicht trauen nur auf 1 Chip die Hochzeitsfotos zu sichern. Bis jetzt ging zwar immer alles gut, aber ich möchte nie einem Brautpaar sagen, dass ich den Chip verloren habe oder der Chip defekt ist. Gehe immer davon aus, dass ein Objektiv auf den Boden fällt oder du es anschlägst. Dann brauchst du auch ein Objektiv als Ersatz das in etwa die selbe Brennweite hat.

Folgendes Material nehme ich mit an eine Hochzeit:
2 Vollformat Kameras (NIKON D850 oder D750)
24-70mm
14-24mm
35mm
85mm
105Makro
50mm
2 Aufsteckblitze
Reflektor

Die Planung vor der Hochzeit

Vor allem wenn du am Anfang stehst, macht es sicherlich sehr viel Sinn die Location im Vorfeld zu besuchen. Am besten kurz davor und zeitlich in etwa dann wann auch die Hochzeit stattfindet. Packe die Fototasche mind am Vortag und sei 1 Stunde früher dort. Plane Stau, Autopanne, Parkplatzsuche, etc ein.

Als Hochzeitsfotograf solltest du eine Liste erstellen, damit du den Tag im Vorfeld auch schon mal durchspielen kannst. Auch wenn es dann sicher anders kommt-)

  • Ablauf und die dazugehörigen Uhrzeiten
  • Was befindet sich in der Nähe oder vor Ort für die Bilder des Brautpaars und die Gruppenbilder
  • Wie sind die Gegebenheiten und Lichtverhältnisse vor Ort
  • Wie viele Gäste werden erwartet am Apero und wieviele am Abend
  • Wann wirft man den Brautstrauss

Persönliche

Sitze mit dem Brautpaar ein paar Wochen davor zusammen. Besprich mit Ihnen den Ablauf der Hochzeit. Frage was ihnen wichtig ist und sage Ihnen wie es nach der Hochzeit abläuft mit den Fotos. Mache einen Vertrag in dem alles wichtige steht. Lerne das Paar sehr gut kennen. Denn du bist an ihrem wichtigsten Tag dabei.

Erfahrungen

Sofern du noch nie eine Hochzeit fotografierst hast, schau dass du davor wenigstens als Gast dabei bist. Damit du in etwa den Ablauf einer Hochzeit mitbekommst, Beobachte den Fotografen und schaue wie er es macht. Besuche einen Hochzeitsworkshop, lese Blogs und Bücher. Eventuell kannst du bei einem anderen Hochzeitsfotografen als 2nd Shooter mitgehen. Bevor du eine grosse Hochzeit hast, schau ob du davor mind mal eine kleine Zivilhochzeit begleiten kannst.

Der Hochzeitstag

Geniesse den Tag. Etwas Nervosität gehört dazu, aber mach dich nicht verrückt. Sei immer zu 100% bei der Hochzeit und gib dein Bestes. Sei freundlich zu den Gästen und verlier nie den Blick zur Braut. Ihr gebührt die Hauptaufmerksamkeit der Hochzeit. Trinke genug Wasser, denn mit Kopfweh zu arbeiten ist nicht lustig. Kleide dich festlich, aber achte auf bequeme Schuhe

Die Herausforderung an einer Hochzeit hierbei ist die schwierige Belichtungssituation. Vor allem Kirche, Abendprogramm und das wechselnde Licht beim Apero. Bei einer Überbelichtung kommen die schönen und wichtigen Details des Brautkleides nicht zur Geltung. Meine Empfehlung ist, gerade auch bei der Hochzeitsreportage, etwas unterbelichten. Zudem solltest du die Lichterwarnung bei deiner Kamera aktivieren.

Sei immer aufmerksam und beobachte denke vorausschauend Einzigartige Momente können innert weniger Millisekunden vorbei sein. Freude, Tränen, spielende Kinder, die Grosseltern, Umarmungen, Gefühle, alles solltest du festhalten. Achte auch auf die Details am ganzen Tag.

In der Kirche solltest du sehr  respektvoll umgehen. Arbeite noch unauffälliger als sonst schon, stelle dich vorher beim Pfarrer vor. Respektiere seine Wünsche. Bewege dich in der Kirche ruhig und wechsle den Standort in den Knien. Das Brautpaar sollte der Focus sein, nicht du.

 

Das Brautpaar Shooting

Plane dir eine Stunde ein. Achte darauf, dass ihr die Fotos am besten nicht zur Mittagszeit macht. Zudem wäre es schade, wenn ihr 1 Stunde verschwindet, wenn die Aperogäste da sind die dann am Abend nicht dabei sind. Splittet doch die Stunde in kleinere Teile. Somit hast du weniger Druck und sogar verschiedene Locations. Schau dass die Trauzeugen dabei sind fürs Kleid richten, Reflektor halten, etc. Fotografiere das Brautpaar authentisch, lass sie albern, Spass haben. Einfach so sein wie sie sind. Und gib dann Anweisungen damit die Bilder perfekt aussehen. Spiele mit Schärfe, Unschärfe. Sehe und versteh das Licht. Beherrsche die Blitzfotografie und blitze so, dass man es auf dem Fotos nicht merkt. Du musst deine Kamera beherrschen!

Die Hochzeitsreportage

Eine Hochzeitsreportage dokumentiert die Hochzeit und Dinge die darum passieren. Es ist wie eine Geschichte. Deshalb solltest du auch Dinge fotografieren wie

  • Schuhe von Braut und Bräutigam
  • Hochzeitskleid hängend
  • Styling der Braut
  • Ankleiden des Braut (wen möglich auch Bräutigam)
  • Eheringe und Brautstrauß
  • Schmuck, wie eine Kette oder Manschettenknöpfe des Bräutigams
  • Deko auf den Tischen, wie Gläser und/oder Tischkarten
  • Gesamtbild der Räume
  • Location

 

Bildbearbeitung

Hier kannst du pro Hochzeit zig Stunden verprasseln. Und genau deshalb ist hier der wichtigste, dass du einen perfekten Workflow hast. Ich arbeite bei Hochzeiten mit Photomechanic und Lightroom. Versuche bei der Auswahl schnell zu sein und nicht bei jedem Bild lange zu überlegen ob gut oder schlecht. Bauchgefühl hilft plus kleiner Qualitätscheck in einer Bruchteil einer Sekunde. Bei der Bearbeitung achte darauf, dass du nicht zig Stile verwendest. Arbeite auch mit Hochzeitspresets damit du Zeit sparst und einen tollen Look bekommst. Oder du machst dir ein paar Presets selber .Wechsle nicht bei jedem Bild von Farbe auf schwarz /weiss. Lasse eine Serie farbig oder sw. Gib die Bilder in voller Auflösung ohne Logo ab.

 

Du möchtest noch mehr darüber wissen? Dann abonniere meinen wöchentlichen Fotografie Newsletter oder besuche meinen Hochzeitsworkshop.

 

Angegebene Bücher habe ich selbst gelesen und sind Affiliate Link

 

 

 

 

Geht es dir nicht auch ab und zu so, dass du meinst du solltest mehr Zeit und Aufwand in dein Fotoshooting stecken? Braucht es dazu auch immer eine mega tolle Location? Ich denke das Wichtigste ist, dass du eine gute Vorstellungsgabe hast. Dass du aus wenig doch etwas Besonderes zaubern kannst. Dass du weisst wie du mit einfachen Mitteln was tolles produzieren kannst. Aber ich weiss auch, wie schwer es ist. Vor allem wenn das Model schon da ist. Also bereite dich gut vor und suche bei Flohmärkten, Baumärkten, Möbelgeschäften, etc nach Dingen die du gut einsetzen kannst.

Für mich ist es immer wieder wichtig, dass ich mir immer wieder was Neues ausdenke. Denn je mehr Platz man hat, desto bequemer könnte man werden. Das Foto hier von Rahel entstand in meinem Fotostudio in Staad , St. Gallen .

Hier siehst du ein Bild vom Shooting

Den Gitterrahmen hatte ich schon ewig lange im Studio. Den Hintergrund bestellte ich mir in den USA. Weshalb ich das Gitter einsetze war, dass ich gerne mehr Tiefe in das Bild bekomme. Denn irgendwie schaut das Hintergrundbild sonst doch etwas unecht aus. Fotografiert mit 1 Licht, fertig. Umsetzbar in jedem noch so kleinen Raum.

Technische Infos:

NIKON D5
105 1.4
ISO 100
1/160
2.8
Licht: Profoto mit einer Striplight

Hier das Making of Foto – ganz einfaches Set

Du möchtest weitere Infos? Dann trage dich in meinen Newsletter ein oder besuche einen meiner Workshops.

 

Tethering ist eine feine Sache. Licht, Farben, Schatten und Posing kann man auf einem grösseren Bildschirm um einiges besser kontrollieren als auf dem Kameradisplay. Trotzdem scheuen viele davor mehr zu tethern. Auf was du achten solltest, wie ich damit arbeite und welche Einstellungen es benötigt, findest du im Video.

Hier das Video zum Thema Tethering

Beim Kauf eines Blitzes ist Leitzahl ein sehr wichtiger Punkt bzw. ein wichtiges Verkaufsargument. Doch was bedeutet der Wert?
Leitzahl 10 bedeutet zB. dass der Blitz 10m blitzt bei Blende 1 und bei ISO 100. Die Formel für alle Mathematiker unter euch findest du hier;-) Bei eingebautenBlitzen ist die Leitzahl so zwischen 10 und 12 und bei Systemlitzen bis ca 60. Achte beim Blitzvergleich aber darauf, ob die Hersteller auch mit 100 ISO die Leitzahl angeben. Denn hier gibt es keine Norm. Das bedeutet, dass ein Hersteller mit höheren ISO auch die höheren Werte erhält und so anpreist. Die Leitzahl hängt zudem auch vom Leuchtkegel ab der normalerweise mit 35mm berechnet wird.
Je höher der Wert desto weiter kann das Objekt noch richtig beleuchtet werden mit dem Blitz. Die Entfernung rechnen die meisten Systemblitze schon selbstständig aus und zeigen dies im Display an.
Die meisten Hersteller haben mehrere Systemblitze im Angebot. Dann stellt sich auch die Frage “Benötige ich immer die grösste Leitzahl”.
Eine grosse Leitzahl ist von Vorteil, wenn du
  • gerne gegen die Sonne blitzt
  • grosse Gruppen fotografierst
  • viel mit geschlossener Blende fotografierst
  • deine Kamera mit höheren ISO Probleme hat (rauschen)

Schlussendlich hat es auch ein wenig mit dem Budget zu tun. Ist Geld kein Thema, dann ist der teuerste immer der bessere. Und sonst reicht vielmals schon der preislich günstigere. Wichtig ist aber, dass der Blitz schwenkbar ist.

Weitere Tipps findest du auf meinem Blog oder bei meinem Einsteigerkurs

blitz