Hast du ich schon mal gefragt für was die Einstellung ISO an deiner Kamera ist?

Der ISO Wert hat neben der Blende und der Verschlusszeit ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Belichtung des Bildes.

Die ISO-Empfindlichkeit regelt also die Lichtempfindlichkeit des Sensors.

Wann wird also nun welcher ISO-Wert benötigt?

Ist viel umgebungslicht vorhanden (tagsüber bei Sonnenschein oder leichter Bewölkung) kann ein ISO-Wert von 100 oder 200 verwendet werden.

Ist der Himmel beispielsweise bedeckt kann der ISO-Wert auf 400 bis 800 eingestellt werden.

Bei Dämmerung, schlecht ausgeleuchteten Innenräumen oder nachts sollte der ISO-Wert auf 800 bis 3200 eingestellt werden.

Hier ist jedoch darauf zu achten, dass das Bildrauschen bei höherem ISO-Wert immer mehr zunimmt.

Das Linke Bild ist mit ISO 100 aufgenommen. Das Rechte Bild mit ISO 12800. Hier kann mann vor allem im weissen Bereich der Uhr ganz klar sehen, dass das Bildrauschen zunimmt. Je nach Qualität der Kamera ist der Unterschied stärker oder schwächer zu sehen.

 

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Deine Freunde wissen dass du gerne fotografierst? Dann wurdest du sicher schon mal gefragt “Hey du hast doch so ne tolle Kamera. Willst du nicht unsere Hochzeit fotografieren?”. Das ist der Tag an dem man sich doch ein wenig in die Enge getrieben fühlt. Was sagt man den jetzt? Ich denke am wichtigsten ist es, ehrlich zu sein. Das Hochzeitspaar muss wissen woran es ist. Denn nach der Hochzeit kann man schwer sagen es war die erste Hochzeit und ich traute es mir nicht zusagen. Oder dass man Hochzeiten eigentlich hasst.

Aber ok. Du willst es versuchen, du findest Hochzeiten toll und du bist motiviert alles zu geben für das Brautpaar. Wie geht es nun weiter?

Inspiration

Je früher du dich mit Hochzeitsfotos auseinander setzt desto besser. Nütze Pinterest oder durchstöbere das Netz nach Hochzeitsfotografen. Mach dir auf Pinterest einen Hochzeitsordner und pinne alle Beispiel Bilder. So kannst du auch an der Hochzeit mal etwas spicken;-) Oder du suchst auf Instagram und machst dir dort entsprechende Ordner. Sammle Inspirationen für alle Bereiche. Also nicht nur für die Portraitfotos sondern auch für Getting Ready, die Party, Apero, etc.

 

Equipment

In der Fotografie ist die Kamera nicht so entscheidend für gute Fotos. In der Hochzeitsfotografie schaut es etwas anders aus. Hier sind 2 Faktoren die sehr wichtig sind. Sicherheit und sehr gute Qualität bei schlechtem Licht. Somit sind auch die Anforderungen an die Objektive extrem wichtig. Also wenn man eine Hochzeit fotografiert, egal ob gratis oder gegen Geld, musst du 2 Kameras dabei haben. Zudem würde ich mich persönlich nicht trauen nur auf 1 Chip die Hochzeitsfotos zu sichern. Bis jetzt ging zwar immer alles gut, aber ich möchte nie einem Brautpaar sagen, dass ich den Chip verloren habe oder der Chip defekt ist. Gehe immer davon aus, dass ein Objektiv auf den Boden fällt oder du es anschlägst. Dann brauchst du auch ein Objektiv als Ersatz das in etwa die selbe Brennweite hat.

Folgendes Material nehme ich mit an eine Hochzeit:
2 Vollformat Kameras (NIKON D850 oder D750)
24-70mm
14-24mm
35mm
85mm
105Makro
50mm
2 Aufsteckblitze
Reflektor

Die Planung vor der Hochzeit

Vor allem wenn du am Anfang stehst, macht es sicherlich sehr viel Sinn die Location im Vorfeld zu besuchen. Am besten kurz davor und zeitlich in etwa dann wann auch die Hochzeit stattfindet. Packe die Fototasche mind am Vortag und sei 1 Stunde früher dort. Plane Stau, Autopanne, Parkplatzsuche, etc ein.

Als Hochzeitsfotograf solltest du eine Liste erstellen, damit du den Tag im Vorfeld auch schon mal durchspielen kannst. Auch wenn es dann sicher anders kommt-)

  • Ablauf und die dazugehörigen Uhrzeiten
  • Was befindet sich in der Nähe oder vor Ort für die Bilder des Brautpaars und die Gruppenbilder
  • Wie sind die Gegebenheiten und Lichtverhältnisse vor Ort
  • Wie viele Gäste werden erwartet am Apero und wieviele am Abend
  • Wann wirft man den Brautstrauss

Persönliche

Sitze mit dem Brautpaar ein paar Wochen davor zusammen. Besprich mit Ihnen den Ablauf der Hochzeit. Frage was ihnen wichtig ist und sage Ihnen wie es nach der Hochzeit abläuft mit den Fotos. Mache einen Vertrag in dem alles wichtige steht. Lerne das Paar sehr gut kennen. Denn du bist an ihrem wichtigsten Tag dabei.

Erfahrungen

Sofern du noch nie eine Hochzeit fotografierst hast, schau dass du davor wenigstens als Gast dabei bist. Damit du in etwa den Ablauf einer Hochzeit mitbekommst, Beobachte den Fotografen und schaue wie er es macht. Besuche einen Hochzeitsworkshop, lese Blogs und Bücher. Eventuell kannst du bei einem anderen Hochzeitsfotografen als 2nd Shooter mitgehen. Bevor du eine grosse Hochzeit hast, schau ob du davor mind mal eine kleine Zivilhochzeit begleiten kannst.

Der Hochzeitstag

Geniesse den Tag. Etwas Nervosität gehört dazu, aber mach dich nicht verrückt. Sei immer zu 100% bei der Hochzeit und gib dein Bestes. Sei freundlich zu den Gästen und verlier nie den Blick zur Braut. Ihr gebührt die Hauptaufmerksamkeit der Hochzeit. Trinke genug Wasser, denn mit Kopfweh zu arbeiten ist nicht lustig. Kleide dich festlich, aber achte auf bequeme Schuhe

Die Herausforderung an einer Hochzeit hierbei ist die schwierige Belichtungssituation. Vor allem Kirche, Abendprogramm und das wechselnde Licht beim Apero. Bei einer Überbelichtung kommen die schönen und wichtigen Details des Brautkleides nicht zur Geltung. Meine Empfehlung ist, gerade auch bei der Hochzeitsreportage, etwas unterbelichten. Zudem solltest du die Lichterwarnung bei deiner Kamera aktivieren.

Sei immer aufmerksam und beobachte denke vorausschauend Einzigartige Momente können innert weniger Millisekunden vorbei sein. Freude, Tränen, spielende Kinder, die Grosseltern, Umarmungen, Gefühle, alles solltest du festhalten. Achte auch auf die Details am ganzen Tag.

In der Kirche solltest du sehr  respektvoll umgehen. Arbeite noch unauffälliger als sonst schon, stelle dich vorher beim Pfarrer vor. Respektiere seine Wünsche. Bewege dich in der Kirche ruhig und wechsle den Standort in den Knien. Das Brautpaar sollte der Focus sein, nicht du.

 

Das Brautpaar Shooting

Plane dir eine Stunde ein. Achte darauf, dass ihr die Fotos am besten nicht zur Mittagszeit macht. Zudem wäre es schade, wenn ihr 1 Stunde verschwindet, wenn die Aperogäste da sind die dann am Abend nicht dabei sind. Splittet doch die Stunde in kleinere Teile. Somit hast du weniger Druck und sogar verschiedene Locations. Schau dass die Trauzeugen dabei sind fürs Kleid richten, Reflektor halten, etc. Fotografiere das Brautpaar authentisch, lass sie albern, Spass haben. Einfach so sein wie sie sind. Und gib dann Anweisungen damit die Bilder perfekt aussehen. Spiele mit Schärfe, Unschärfe. Sehe und versteh das Licht. Beherrsche die Blitzfotografie und blitze so, dass man es auf dem Fotos nicht merkt. Du musst deine Kamera beherrschen!

Die Hochzeitsreportage

Eine Hochzeitsreportage dokumentiert die Hochzeit und Dinge die darum passieren. Es ist wie eine Geschichte. Deshalb solltest du auch Dinge fotografieren wie

  • Schuhe von Braut und Bräutigam
  • Hochzeitskleid hängend
  • Styling der Braut
  • Ankleiden des Braut (wen möglich auch Bräutigam)
  • Eheringe und Brautstrauß
  • Schmuck, wie eine Kette oder Manschettenknöpfe des Bräutigams
  • Deko auf den Tischen, wie Gläser und/oder Tischkarten
  • Gesamtbild der Räume
  • Location

 

Bildbearbeitung

Hier kannst du pro Hochzeit zig Stunden verprasseln. Und genau deshalb ist hier der wichtigste, dass du einen perfekten Workflow hast. Ich arbeite bei Hochzeiten mit Photomechanic und Lightroom. Versuche bei der Auswahl schnell zu sein und nicht bei jedem Bild lange zu überlegen ob gut oder schlecht. Bauchgefühl hilft plus kleiner Qualitätscheck in einer Bruchteil einer Sekunde. Bei der Bearbeitung achte darauf, dass du nicht zig Stile verwendest. Arbeite auch mit Hochzeitspresets damit du Zeit sparst und einen tollen Look bekommst. Oder du machst dir ein paar Presets selber .Wechsle nicht bei jedem Bild von Farbe auf schwarz /weiss. Lasse eine Serie farbig oder sw. Gib die Bilder in voller Auflösung ohne Logo ab.

 

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Angegebene Bücher habe ich selbst gelesen und sind Affiliate Link

 

 

 

 

Die Verschlusszeit wird auch Belichtungszeit genannt. Die Verschlusszeit regelt neben der Blende den Lichteinfall auf den Sensor bzw. wie lange der Verschluss der Kamera offen ist.

Wählt man eine lange Verschlusszeit werden Bewegungen verflüssigt. Dies sieht man oft bei Bildern von z.B. einem Wasserfall der durch die lange Belichtungszeit “verflüssigt” wird. Eine lange Verschlusszeit wird aber auch bei schlechten Lichtverhältnissen benötigt.

Durch eine kurze Verschlusszeit können Bewegungen eingefroren werden. Diese wählt man z.B wie unten zu sehen um einen Tropfen einzufangen. Ebenfalls wird eine kurze Verschlusszeit bei sehr hellen Lichtverhältnissen gewählt.

 

Bei einer Veränderung der Verschlusszeit muss aber immer die Blende angepasst werden, da sonst das Bild zu hell oder zu dunkel wird. Wird also die Verschlusszeit von z.B. 1/125 auf 1/250 erhöht, muss die Blende weiter geöffnet werden.

 

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Die Blende funktioniert eigentlich genau gleich wie die Menschliche Pupille. Wenn die Pupille weit geöffnet ist (grosse Blendenöffnung z.B. f 2.8) kommt sehr viel Licht auf die Netzhaut bzw. bei der Kamera auf den Sensor. Ist die Pupille klein (kleine Blendenöffnung z.B. f 16) kommt wenig Licht auf die Netzhaut bzw. auf den Sensor.

Durch die Veränderung der Blende wird aber nicht nur die Lichtmenge, sondern auch die Schärfentiefe verändert.

Hierzu zwei Beispielbilder mit verschiedener Blende:

Das linke Bild wurde mit einer Blende von f 2.8, das rechte Bild mit einer Blende von f 16 aufgenommen.

Wie man bei diesem Beispiel sehr gut sehen kann wird der Hintergrund mit einer grossen Blendenöffnung unscharf.

Dieser Effekt ist ein wichtiges Gestaltungsmittel in der Fotografie.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Bezeichnung der Blende. wählt man eine kleine Zahl ist die Blendenöffnung gross. Bei einer grossen Zahl ist die Blendenöffnung klein.

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Geht es dir nicht auch ab und zu so, dass du meinst du solltest mehr Zeit und Aufwand in dein Fotoshooting stecken? Braucht es dazu auch immer eine mega tolle Location? Ich denke das Wichtigste ist, dass du eine gute Vorstellungsgabe hast. Dass du aus wenig doch etwas Besonderes zaubern kannst. Dass du weisst wie du mit einfachen Mitteln was tolles produzieren kannst. Aber ich weiss auch, wie schwer es ist. Vor allem wenn das Model schon da ist. Also bereite dich gut vor und suche bei Flohmärkten, Baumärkten, Möbelgeschäften, etc nach Dingen die du gut einsetzen kannst.

Für mich ist es immer wieder wichtig, dass ich mir immer wieder was Neues ausdenke. Denn je mehr Platz man hat, desto bequemer könnte man werden. Das Foto hier von Rahel entstand in meinem Fotostudio in Staad , St. Gallen .

Hier siehst du ein Bild vom Shooting

Den Gitterrahmen hatte ich schon ewig lange im Studio. Den Hintergrund bestellte ich mir in den USA. Weshalb ich das Gitter einsetze war, dass ich gerne mehr Tiefe in das Bild bekomme. Denn irgendwie schaut das Hintergrundbild sonst doch etwas unecht aus. Fotografiert mit 1 Licht, fertig. Umsetzbar in jedem noch so kleinen Raum.

Technische Infos:

NIKON D5
105 1.4
ISO 100
1/160
2.8
Licht: Profoto mit einer Striplight

Hier das Making of Foto – ganz einfaches Set

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